Workshops

Rassismus und Sexismus gehören zum gesellschaftlichen Alltag in Deutschland und bedürfen einer kritischen Auseinandersetzung. Umso wichtiger wird die Reflexion der eigenen Positioniertheit, die sowohl privilegiert als auch deprivilegiert sein kann. In angeleiteten Workshop-Modulen (1 – 4) werden auf unterschiedliche Ebenen Rassismen und Sexismen auf der Grundlage von postkolonialem Feminismus hinterfragt.

Die Module können einzeln oder im Block gebucht werden und eigenen sich für alle Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt innerhalb der weißen Mehrheitsgesellschaft verorten.

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Workshop-Angebote:

1. Einführung in die Thematik „Rassismus und Sprache“ (Vortrag)

Sprache ist kein neutrales, passives Medium, mit dem gesellschaftliche Wirklichkeiten ›objektiv‹ abgebildet werden. Stattdessen stellen Menschen u.a. durch ihre Wortwahl und ihren Sprechstil unterschiedliche Sichtweisen und Wirklichkeitsvorstellungen aktiv her. Auch wenn die diskriminierende Wirkung von Sprachhandlungen in der öffentlichen Wahrnehmung oft auf Schimpfwörter beschränkt wird, kommt sprachliche Diskriminierung weit häufiger vor, als es zunächst scheint. Während manche Begriffe in jeder Verwendung im deutschsprachigen Raum heute rassistisch sind, werden andere erst im Kontext und die Art ihrer Verwendung rassistisch aufgeladen. Rassismus hat viele unterschiedliche Dimensionen, sprachliche Be_Nennungspraktiken sind eine sehr wichtige, die kontinuierlich realisiert wird – sowohl im Sprechen als auch im Nicht-Sprechen, im Wegsehen und Schweigen.

2. Rassismus auf gut Deutsch (Sprachanalyse/Textarbeit)

Im zweiten Teil des Wochenendseminars „Rassismus auf gut Deutsch, kritische Interventionen in rassistischen Sprachhandlungen“ werden wir am oben genannten Vortrag „Rassismus und Sprache“ anschließen und uns mit Sprachanalysen zu konventionalisiert rassistischen Begriffen und Be_Nennungen beschäftigen und unser Wissen vertiefen. Anhand konkreter Begriffsbeispiele wie »Afrika«, »Europa«, und »Orient« und Be_Nennungen wie »Schwarze_r«, »Ausländer_in« und »Migrant_in« usw. zeige ich auf, wie sprachliche Rassismen analysiert werden können und mit welchen rassistischen Konzepten diese Begriffe verbunden sind. Es gibt viele verschiedene Formen die eigenen Sprachhandlungen zu verändern, den eigenen Sprachgebrauch zu reflektieren und sich Sprache neu anzueignen – in einer eigenständigen Textanalyse sollen einige Beispiele erarbeitet werden.

3.  Kritisches „Weißlesen“ (Bildanalysen/Gruppenarbeit)

Wie Sprache sind auch Bilder, Illustrationen und Grafiken keine neutralen, passiven Medien, mit denen gesellschaftliche Wirklichkeiten ›objektiv‹ abgebildet werden. Stattdessen stellen Menschen u.a. durch ihre Bilderwahl und ihren Darstellungsstil unterschiedliche Sichtweisen und Wirklichkeitsvorstellungen aktiv her. Als Produzenten und Konsumenten der selbigen nehmen wir Vieles an, ohne tatsächlich zwischen den Zeilen zu lesen, hinter der Sprache zu sehen oder das Objektiv der Beobachter_innen zu erblicken. In diesem Workshop werden wir uns mit Analysen von kolonialen Abbildungen beschäftigen und erarbeiten, wie bildliche Rassismen analysiert werden können und mit welchen rassistischen Konzepten diese verbunden sind. .

4.  „Weißsein“ auf der Spur (Interaktiver Workshop)

Rassismus ist ein strukturelles Machtverhältnis, das räumlich, zeitlich und historisch kontextualisiert ist und auf asymmetrischen Machtrelationen basiert, d.h. männlich sozialisierte Personen können nicht sexistisch diskriminiert werden und weiße nicht rassistisch. Rassismus ist für Schwarze Personen Realität und stellt zeitgleich eine weiße Position her, die in rassistischen Kontexten häufig unsichtbar und unbenannt bleibt. Es handelt sich um politische Perspektivierungen, die nicht frei wählbar sind. In diesem interaktiven Workshop werden wir mittels des „Privilegien-Spiels“ erarbeiten welche Positionierungen es gibt, welche Privilegierungen und/oder Deprivilegierungen damit verbunden sind und warum es wichtig ist sich im Kontext von Rassismus sozial zu positionieren. Denn erst die ständige (nie abgeschlossene) Reflexion und das prozessuale Verändern der eigenen Wissenschafts-, Schreib-, Polit- und Lebenspraktiken macht aus einer Benennung von Privilegien eine Form kritischer Verortung, die eine Positionierung in Bezug auf eigene Diskriminierungen ermöglicht.

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