EDEWA – Einkaufsgenossenschaft antirassistischen Widerstandes eröffnet eigene „Filiale“ in Berlin-Neukölln

Poster_V2_aktuell2Die interaktive Wanderausstellung EDEWA tourt seit 2011/2012 regelmäßig durch die Hauptstadt und macht ihre Besucher_innen auf Rassismen und Sexismen, sowie andere Unterdrückungsformen, innerhalb der weißen deutschen Mehrheitsgesellschaft aufmerksam. In dem installierten Supermarkt werden die diskriminierenden Verhältnisse im Alltagskonsum einer breiten Produktpalette sichtbar, deren Vermarktung auf Versklavung und kolonialer Ausbeutung beruht. Gleichzeitig widmet sich die Ausstellung den historischen Widerstandskämpfen einzelner Feministinnen wie May Ayim u.a., die öffentlich Rassismus- und Sexismuskritik ausübten. Erstmals eröffnet EDEWA ihre eigene „Filiale“ in einer Galerie in Neukölln und lädt vor allem Schulklassen dazu ein, kostenlos an Führungen (außerhalb der Öffnungszeiten) teilzunehmen. Um Anmeldung wird gebeten.

Ort:

Weserstr. 179, Berlin-Neukölln

Öffnungszeiten:

15. November – 12. Dezember 2015
jeweils mittwochs, samstags und sonntags von 14 – 20 Uhr
Eintritt frei!

Programm:

  • 15. November ab 16 Uhr, Vernissage mit Führung durch die Ausstellung und Musik von Jokaa (Singer/Songwriter)
  • 10. Dezember, 18 Uhr, Podium zu „Kunst: Kritik, Widerstand, Empowerment?!“ mit Sandrine Micossé-Aikins (Mind the Trap), Philipp Khabo Köpsell (Indaba) und Natasha A. Kelly (Moderation)
  • 12. Dezember ab 18 Uhr, Finissage mit Führung durch die Ausstellung und Spoken Word mit Azadê und Moona Moon

Angebot für Schulen:
(ab Jahrgangsstufe 10 / Alter 16)

Wir bieten kostenlos interaktive Führungen für Jugnedgruppen und/oder Schulklassen an, die inhaltlich an die Schulfächer Geschichte, politische Bildung, Ethik, Philosophie, Wirtschaft und Deutsch anknüpfen; Führungen sind auch auf Englisch möglich und lassen sich daher auch mit dem Sprachunterricht verbinden. Kontaktieren Sie uns gerne für individuelle Terminabsprache.

Kontakt:

Natasha A. Kelly, 0173-8399132, edewa@gmx.de
Mehr Infos unter: http://www.edewa.info

Vorschau: “Sisters and Souls. Inspirationen von May Ayim”

web-coverseiteeinspapierfarbenAnders als in anderen europäischen Ländern entstand die Schwarze Bewegung in Deutschland erst im Zuge der aufsteigenden Frauenbewegung der 1980er Jahre. Eine tragende Rolle darin, spielte die ghanaisch-deutsche Dichterin May Ayim, die durch das Schreiben internationale Anerkennung erhielt. Durch die Mitherausgeberschaft des Standardwerks „Farbe bekennen. Afro-deutsche Frauen auf den Spuren ihrer Geschichte“ (1986) schuf sie gemeinsam mit anderen Frauen ein Identitätsangebot, was den Nachfolgegenerationen viele Jahre später als Quelle der Kraft und Kreativität dient.

Zum 20. Todestag von May Ayim  präsentieren Schwarze Autorinnen verschiedener Generationen in „Sisters and Souls“ auf bewegende Art und Weise wie sie persönlich und politisch von May Ayim inspiriert wurden/werden. Ihre unterschiedlichen Lebensgeschichten und Schaffenswerke spiegeln eine Kontinuität Schwarzer Geschichte(n) in Deutschland wieder, die nicht erst in den 1980er Jahren begann. Vielmehr vermitteln die „herstories“ einen Rückblick auf die zweite Welle der Schwarzen Bewegung, einen Einblick in die alltägliche Gegenwart von Schwarzen Menschen und einen Ausblick darauf, wie sie ihre Zukunft in Deutschland des 21. Jahrhunderts sehen. In afrodeutscher Tradition wird in dem Raum dazwischen das Gesprochene zum Geschriebenen, das Geschriebene zum Lebendigen und das Lebendige mittels ausgewählter Adinkra-Symbole versinnbildlicht und mit bislang unveröffentlichten Texten von May Ayim gekrönt.

Cover: Patricia Vester Verlag: Orlanda Verlag Berlin https://www.orlanda-verlag.de/

ISBN 978-3-944666-21-1, 250 Seiten, .€ 19,50

“Aber ich liebe ihn doch…”

11998809_914480398619267_1744588289341416144_nWorkshop für weiße Frauen*/ Freundinnen von Schwarzen Männern*

03.und 04. Oktober 2015, jeweils 11-17 Uhr

Erzeugt durch die rosarote Brille steht am Anfang einer Beziehung zwischen weißen Frauen* und Schwarzen Männern* die Farbenblindheit. Ausgeblendet wird die Tatsache, dass Dein (ehemaliger oder aktueller) Partner rassistischen Benachteiligungen und Diskriminierungen ausgesetzt ist. Unbewusst wird er zur Projektionsfläche strukturell erzeugter Phantasien, die geprägt sind von Hypersexualisierung und Dehumanisierung. Exotismus als spezifische Form des Rassismus dringt bis in die Privat und Intimsphäre und beherrscht den Beziehungsalltag – in der Öffentlichkeit, im Freundes- und Bekanntenkreis, in der Familie.

In diesem Workshop werden wir (mit Feingefühl und ohne Schuldzuweisungen) den Ursachen auf den Grund gehen: Welchen Einfluss haben Exotismus und Rassismus auf deine Beziehung? Wie wirken Deine Privilegien als weiße Frau*? Wie gehst Du damit um? Wie kannst Du euer Zusammensein stärken? Ziel ist es, das Bewusstsein für die Wirkmächtigkeit des Rassismus zu sensibilisieren und strategische Handlungsmöglichkeiten auszuloten.

Teilnahmebeitrag/Selbstbeteiligung: 50 €
Um Anmeldung wird bis zum 30. Sept.  bei Frauenkreise gebeten, Choriner Str. 10, 10119 Berlin, Tel: 030-2806185

Call for Papers:

SOUL SISTER MAY AYIM – DER ZUKUNFT ENTGEGEN

Gedichte, Spoken Word, Short Stories

abschiednehmen

von einer

die bereits gegangen ist

für immer

erinnerungsmomente und gedächtnislücken

bleiben

lebendig beweglich

uns überlassen

Die einleitenden Zeilen stammen aus dem Gedicht „Soul Sister“, das die afrodeutsche Poetin und Logopädin May Ayim 1992 der US-amerikanischen Wissenschaftlerin und Autorin Audre Lorde widmete. Audre Lorde war nicht nur eine enge Vertraute von May Ayim, sondern auch eine Schlüsselfigur in der aufsteigenden Schwarzen Bewegung in Deutschland der 1980er Jahre:

ihr wirken lebt weiter

in ihren werken

unsere visionen

tragen erfahrungen

ihrer worte

Mit diesen Worten verabschiedete sich May Ayim von Audre Lorde, die nach einem langen Kampf gegen Krebs aus dem Leben ausschied. Bedingungslos führte May Ayim bis zu ihrem eigenen Tod im Jahr 1996 den Kampf gegen Rassismus, Sexismus und weiteren Ismen innerhalb der deutschen Gesellschaft fort und reihte sich in die Tradition jener Schwarze Frauen ein, die danach strebten, Unterschiede sichtbar werden zu lassen, so dass diese als Quelle ihrer Kreativität genutzt werden konnten. Auf diese Weise kreierte May Ayim durch das Schreiben einen Ort, um sich mit anderen marginalisierten Gruppen solidarisieren und gesellschaftliche Veränderung aus Schwarzer Perspektive herbeiführen zu können.

20 Jahre nach ihrem Tod können keine Worte treffender sein mit der die Schwarzen Autorinnen der Anthologie „Soul Sister – May Ayim. Der Zukunft entgegen“ das Leben und Wirken von May Ayim – Freundin, Schwester und Seelenverwandte – erinnern. Mit ihren Beiträgen aus Wissenschaft, Community, Kultur und Politik zeigen die Schwarzen Frauen, inwieweit May Ayim die afrodeutsche Realität in diesen unterschiedlichen Bereichen und mit unterschiedlicher Intensität beeinflusst hat.

Für die Erweiterung unserer Anthologie laden wir Schwarze Autorinnen, Schwarze Spoken Word Künstlerinnen und Schwarze Poetinnen dazu ein, bis zum 31. März 2015 ergänzende (deutschsprachige) Textvorschläge einzureichen an:

n.kelly@gmx.de

Black Bodies Matter

oury jallohRede zum 10. Todestag von Oury Jalloh, 07. Januar 2015, Dessau

18. Jahrhundert – die 20-jährige Südafrikanerin Sara Bartmann wird von einem weißen männlichen Arzt nach Europa verschleppt und als medizinische Kuriosität einem privaten wie öffentlichen Publikum in ihrer vollen Nacktheit vorgeführt. Als sie ihm gynäkologische Untersuchungen untersagt, lässt der Arzt sie fallen und sie gerät unwillentlich in die Sexarbeit. Sie erkrankt, verfällt dem Alkohol- und Drogensucht und stirbt wenige Jahre später.

Nach ihrem Ableben kauft derselbe Arzt ihren toten Schwarzen Körper und vollzieht jene Untersuchungen, die ihm zu Lebzeiten versagt wurden. Das Resultat: Saras Genitalien, ihr Gehirn und Gesäß werden einbalsamiert und bis 1974 im Musée de L’Homme in Paris ausgestellt. Erst auf Anfragen von Nelson Mandela werden Sara Baartmanns Körperreste 2002 nach Südafrika zurückgeführt.

21. Jahrhundert – Sista Mimi, Aktivistin, Musikerin und Freundin wird aus ihrer Wohnung in Berlin-Kreuzberg zwangsgeräumt. Sie findet Zuflucht in die besetzte Gerhart-Hauptmann-Schule und wird symbolische Figur der politischen Refugee-Bewegung in Berlin. Auch ihre gesundheitliche Situation verschlimmert sich zunehmend, verstärkt durch die soziale Isolation und begrenzte medizinische Versorgung, die in der Schule erlaubt wird. Als es nicht mehr geht, wird sie von Freund_innen aus der Schule geholt, versorgt und gepflegt.

2 Tage später  wird die Schule von über 200 Polizist_innen belagert. Der Vorwand: Verstoß gegen die Brandschutzordnung. Zeitgleich werden 2 Bewohner verhaftet, später ein weiterer. Sista Mimi wird namentlich gesucht, aber nicht gefunden. Denn sie ist zu diesem Zeitpunkt schon tot, friedlich eingeschlafen im Kreis ihrer Freund_innen – und nicht in den Armen von deutschen Polizist_innen oder in einer deutschen Polizeizelle.

Doch auch Sista Mimi bleibt nach ihrem Ableben die rassistischen Demütigungen nicht erspart. Ihre Leiche befindet sich noch immer in der Gerichtsmedizin. Wiederholt werden psydo-medizinische Untersuchungen an ihr unternommen, ohne die eine Ausreisegenehmigung nicht erteilt wird. Bislang warten wir – mit Liebe und Verstand. Sista Mimi wird nach Kenia zurückfliegen.

Oury Jalloh, das war Mord!

10 Jahre später und noch immer keine Spur von Gerechtigkeit.

Sara Bartmann, Sista Mimi und Oury Jalloh sind nur 3 von zahlreichen Beispielen dafür, wie Schwarze Körper in der europäischen Gesellschaft als Wegwerfprodukte verhandelt werden. Die lange Geschichte der erniedrigenden und demütigenden Art und Weise, in der Schwarze Körper in der westlichen Kultur entmenschlicht werden, hat eine grausame Kontinuität – auch in Deutschland.

Während Staatsmänner das Mythos leben, ihre weißen europäischen Körper stünden für Zivilisation, kulturellen Fortschritt oder einfach nur für den Menschen schlechthin (später auch Arier genannt), werden unsere Schwarzen Körper als Antithese zur weiß-gewaschenen Norm gelesen, an dessen Grenzen das Un_Mensch_Sein erprobt und bemessen und über den Tod hinaus performt wird.

Zwar führten unterschiedliche Umstände dazu, dass die Körper von Sara, Mimi und Oury seziert, analysiert und in jedem intimem Detail geprüft wurden. Gemeinsam bleibt die Tatsache, dass der Blick des weißen Mannes nicht an der (Haut-)Oberfläche blieb, sondern tief in ihre Seelen bohrte – The Souls of Black Folk

Ihre/Unsere Schwarzen Körper sind für dieses weiße System nicht von Bedeutung! sondern werden als menschliche Subjekte negiert und zum Schweigen gebracht. Doch wir sind heute hier um das Schweigen zu brechen und um unsere Körper zurückzuerobern.

Denn:

Black Bodies Matter and Black Lives Matter!!!

 

https://initiativeouryjalloh.wordpress.com/

We are One

MimiSpeech at the memorial march for Sista Mimi

Today we show solidarity with our brothers and sisters around the world – in Ferguson, in Gaza, in New York, in Syria, in Iraq and Afghanistan, our indigenous brothers and sisters around the world. We stand up for Justice for all! For all refugees who are forced to flee war or prosecution or any aggravated form of capitalism. Today on the 13th of December 2014 the Refugee Movement of Berlin consciously takes part in the global gathering against police brutality and murder.

Like many of us, Sista Mimi fought against police brutality. And she was often subject to police brutality. She was forced to face the institutional racism so deeply rooted in this country. One experience of which was being beaten up in a locked police car not too long ago and only a few steps away from here. Still driven by her longing for freedom and justice, she never got tired. If Mimi was not dead she would be in prison with our brothers now, our fellow freedom fighters of the occupied Gerhart-Hauptmann-Schule.

Because its tactic! Political tactic! It is political tactic to target the most vocal and committed participants in the struggle against racism whilst the responsible politicians and the public stand aside and look in silence. What we are witnessing here in Berlin is the same militaristic behavior operated worldwide. Systematic police harassment, brutality and murder in different shapes and sizes.

And because they could not bring the people to the jail, they brought the jail to the people!

Securitas, for example, a contracted, multinational, private security company, a hired police force, urban mercenaries paid for by the district. Their job is to keep the support out. The support and care that Mimi so desperately needed. By not allowing visitors, long time friends and family inside, Mimi’s vital social structure was destroyed. Left alone in many situations, she was slowly and systematically weakened. Alongside the police, our opinion is that the district is to be held partially responsible for Mimi’s death.

When Mimi lost her room due to construction measures that were said to be implemented by the district, she lost access to water. From that point on her health declined. Only a few selected medical persons were allowed to enter. In order to implement their isolation politics, Mimi became a target of the white power structure which denied her basic human rights – the ensuring of physical and mental integrity, life and safety, privacy, the freedom of thought and conscience, speech and expression and the freedom of movement.

A few days ago, again human rights were violated against. Knowing exactly who lives in the school the police entered in the early morning without notice and without a search warrant. The excuse was that they had to check the emergency exits. Seeking Mimi, the police couldn’t find her. She had already made her way to a friend. There she spent her last days in peace. Always with the movement on her mind. But still she was not tired of telling those responsible that without justice there is no peace.

Sista Mimi, Kenian born, global citizen of the world and freedom fighter passed on this day – the 10th of December 2014, the international day of human rights!

Even the criminals of the Nazi era were afforded the highest universal law during the Nuremberg trials conducted within a Common law court of justice. The agenda is de-nazification. What is the need for collective punishment, surveillance and torture?

Since this police action the situation in the school has changed dramatically. Now there is no heating. The showers are cold. Acting against the agreements made between the district and the people of the school, the roof , the space of political protest has been locked.

Quoting Sista Mimi: “German system, we know it is a segregation system, it is a system that segregates those people who don’t look the same as the society.” Would the police treat white German citizens, white immigrants or white visitors the same way? Do different rules apply to different people?  This is apartheid.

Human dignity is inviolable!

Mimi once said not too long ago that Germany should strike this sentence from its constitution because they have failed to live up to it. She said: “My reason to leave home was that as a little girl I realized that a woman in Africa has no real voice in society.” Mimi gained a voice and became a voice, the voice of the Refugee Movement.

As only one of two women in the school Mimi at the same time faced indignities for being a Black woman challenged by patriarchy and white supremacy. This structural racism and sexism weakened her systematically. Yet, she remained strong and voiced: “Respect for Women!”

Sista Mimi was not only a strong voice in the movement, she was also the heart of the movement. Back in the days she would spend time cooking for everyone in the social center. Today we would have liked to commemorate Mimi’s life and legacy inside the social center, but – again – access was denied by the district.

But what is more, the state officials, the bureaucrats and terrocrats have been interfering in our mourning by arresting people from the school and those who have come to the school to show their condolences. Since Mimi’s death people have been bringing pictures and flowers to the entrance which have also been removed….

But know this: You can kill a revolutionary but you can’t kill the revolution!!

Text: Natasha A. Kelly & Aba Yankah, Foto: Dirk Stegemann

Verkaufsoffener Sonntag bei EDEWA

erste version_up1Am 05. Oktober 2014 ist verkaufsoffener Sonntag in der Wanderausstellungsfiliale EDEWA, die Einkaufsgenossenschaft antirassistischen Widerstandes. Der temporäre Supermarkt, der Geschichte, Widerstand und Interaktion als elementare Wissensprodukte bietet, öffnet erneut seine Türen: kostenlos, ohne Rassismen und Sexismen und mit empowerndem Mehrwert.

Im Rahmen der Veranstaltung ”Ein Tag für Martin Luther King jr.” wird EDEWA im Haus der Berliner Festspiele zu sehen sein. EDEWA geht somit auf die Spur von Dr. King und interveniert dabei in das alltägliche Konsumverhalten, welches bis in die Kolonialzeit Deutschlands zurückreicht.

“sie haben deinen traum konserviert

konserviert und verkauft, Bruder

postkarten und poster

dreizeiler in einem geschichtsbuch

“I Have A Dream”

ein abgeschlossener roman”

(May Ayim, die zeit danach, in Blues in Schwarz Weiss 1995)

 

 

Ort:     Haus der Berliner Festspiele, Schaperstr. 24, 10719 Berlin, U Spichernstr

Zeit:    05.10.2014, von 15: 30 -22 Uhr

 

www.edewa.info

www.berlinerfestspiele.de

 

 

Wider die Ismen!

 

DSC04264Rassismus- und machtkritische Fortbildung/Supervision für sozial und politisch engagierte Frauen

4-teiliges Seminar mit Natasha A. Kelly

Vor 30 Jahren führte bereits die Schwarze US- amerikanische Feministin und Wissenschaftlerin Audre Lorde das Thema Rassismus in die weiße deutsche Frauenbewegung ein und kritisierte den Zustand, dass Sexismus stets von Rassismus und Klassismus getrennt werde. Dies führe zwangsläufig dazu, dass Schwarze Frauen* und „Third World Women“ in den weiß-deutschen feministischen Kontexten ausgeblendet und/oder missrepräsentiert werden.

In diesem 4-teiligen Seminar werden wir dem Ursprung des deutschen Rassismus auf die Spur gehen, seine Konnektivität zu Sexismus herausarbeiten und einen Zusammenhang zum Klassismus herstellen. Ziel ist, dass die Teilnehmer*innen lernen, strategisch mit den zahlreichen Macht- und Dominanzkulturen innerhalb der deutschen Gesellschaft umzugehen, sowie Wege in der politischen Arbeit zu finden die daraus resultierenden Mehrfachdiskriminierungen zu thematisieren und zu bekämpfen.

Termine: 09.09.2014, 16.09.2014, 23.09.2014, 30.09.2014, jeweils 18 bis 21 Uhr

Teilnahmebeitrag: 120 € / ermäßigt 90 €

Ort: Frauenkreise, Choriner Str. 10 , 10119 Berlin

Kontakt und Anmeldung: Telefon: 280 61 85,  www.frauenkreise-berlin.de, www.facebook.com/frauenkreise

Foto: Pierre Gaulke

 

In the Knowledge Factory

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In creating EOPs at the HU in Berlin I gave my audience the task to construct a „Wall of Wisdom“, when debating the missing Nazi portrait stolen from the central building. I skipped a few slides of my PPT and showed the picture that I had found on the net which had been stuck up with adhesive tape in replace: Napuli Paula Langa, Refugee Activist from O-Platz. Her name actually came up 4x times in response to the task.

May it be so that the effect of having shown her picture influenced my audience’s thought patterns. Other names mentioned were May Ayim (6x), Audre Lorde (3x), bell hooks (3x) and many more. The name that influenced me the most, however, and the only name that was singled out on the script sheet handed out for offering answers was W. E. B Du Bois, though to say he was only mentioned one second time alongside others, including Franz Fanon.

The idea behind the task was to create knowledge based on Black intellectuals with which to occupy the gap – at least for the meantime. Not to say that these results will be hung up without dealing with the nail that held the frame, namely Nobel Prize Winners…so be the name of the gallery.

As we are talking about a “Wall of Wisdom”, the noble solution to the problem of the 21st century was to show [quote] Schwarze die den Nobelpreis angeboten bekommen haben. Die ihn aber abgelehnt haben. [end of quote] which actually was the brightest answer offered and also the only answer written with a red pen gracefully coloured in at the corners. A second reference to the award was [quote] Keine Nobelpreisträger [end of quote]  [quote] Check Anta Diop soll drauf [end of quote] both stated on the same slip and undeniably a call to read the guy’s writing.

“Rassismus im deutschen Bildungssystem”, May 2014 is the 4th conference in a row that I have attended as panelist and speaker. This semester I decided to offer an interactive approach due to avoid the constant brain drain Black Women experience when educating a majority of white students. It was the attempt to offer a part-time solution to a long-term problem. Imagining that the base sheet might become a real wall one day and the foundation for a Black Studies Institute in Germany, the module slowly took on form and is to be continued….

Institutioneller Rassismus – was tun?!

Strategiepapier (1. Überarbeitete Verfassung)

von Natasha A. Kelly für den Präsidenten der Humboldt Universität zu Berlin, Prof. Dr. Olbertz

i. Zur Einrichtung einer Stabstelle für Antidiskriminierung/Gleichstellung und Vielfalt (diversity) (Equal Opportunity Commission) (generalisierende Tätigkeit)

ii. Zur Bestellung einer Antirassismus-Beauftragten (spezifische Tätigkeit)

Stand: 26.06.2013

 I. Vorhaben:

Seit dem Besuch des UN-Sonderberichterstatters zu Rassismus in 2009, der in seinem „Bericht über zeitgenössische Formen des Rassismus, Rassendiskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und damit zusammenhängender Intoleranz“ [1] die Verantwortung der Hochschulen betont, wurden keine ausreichenden Maßnahmen zur Beseitigung von rassistische und/oder ethnische Diskriminierung an der Humboldt Universität zu Berlin (HU) implementiert. Zwar verbietet § 35 der Verfassung der HU vom 28. Juni 2011 Diskriminierung; dieses Diskriminierungsverbot ist jedoch im Hinblick auf rassistische und/oder ethnische Diskriminierung nur unzureichend bemessen. Vorliegende Konzeptskizze beruht auf den Endbericht der Studie „Diskriminierungsfreie Hochschule – Mit Vielfalt Wissen schaffen“ [2] und beleuchtet schrittweise die Notwendigkeit

(i.) eine Stabstelle für Antidiskriminierung/Gleichstellung und Vielfalt (diversity) einzurichten und

(ii.) die Position einer zentralen Antirassismus-Beauftragten an der HU zu etablieren,

sowie die Zielsetzungen, welche die vorgeschlagenen Maßnahmen garantieren, und die geplante Vorgehensweise zur Implementierung des Projektvorhabens beleuchten.

a. Stellenbeschreibungen:

(i.) Die Stabstelle für Antidiskriminierung/Gleichstellung und Vielfalt (diversity) ist eine Leitungshilfs- und Koordinierungsstelle, die indirekt durch Unterstützung des Präsidiums zur Verbesserung und Gewährleistung der demokratischen Antidiskriminierungskultur der HU beiträgt. Sie übernimmt die Wahrnehmung der Koordinierungsfunktion aller ihr zugeordneten Diskriminierungsstellen, den Aufbau und die Unterhaltung einer Netzwerkstruktur zur Förderung der Vielfalt, die unterstützende Mitwirkung bei Diskriminierungsverfahren, den Ausbau neuer Erkenntnissinteressen in allen Fakultäten und den Informations- und Wissenstransfer. Darüber hinaus dient sie als zentrale Anlaufstelle für alle Universitätsangehörige in allen hochschulpolitischen Antidiskriminierungs- und Diversitätsfragen.

(ii.) Die zentrale Antirassismus-Beauftragte setzt sich ein für den Schutz von internationalen, ausländischen, migrantischen und deutschen Mitarbeiter_innen und Student_innen, die von rassistische und/oder ethnische Diskriminierung betroffen sind. Sie ist gleichermaßen Beraterin der Leitung und zentralen Gremien der HU wie Interessenvertreterin dieser Personen und Personengruppen. Die Beratungstätigkeit dient zum Einen der Klärung von individuellen und strukturellen, sowie mittelbaren und unmittelbaren Diskriminierungsfällen und zum Anderen der Hilfe und Vermittlung weitergehender Hilfe in Problem- und Notsituationen. Die zentrale Antirassismus-Beauftragte ist der Stabstelle für Antidiskriminierung/Gleichstellung und Vielfalt (diversity) zugeordnet.

b. Strukturelle Angliederungen:

(i.) Die Stabstelle für Antidiskriminierung/Gleichstellung und Vielfalt (diversity) ist direkt am Präsidium der HU angesiedelt. Sie hat keine exekutiven Befugnisse, sondern ist nur beratend tätig. Ihr werden der zentralen Frauenbeauftragte, der Stellvertreter_in für Fragen um Behinderung und dem neu zu benennenden Antirassismus-Beauftragten zugeordnet. Sie übernimmt die Aufgaben der gesetzlich vorgeschriebenen Beratungsstelle der Mitarbeiter_innen und dient darüber hinaus als zentrale Anlaufstelle für Student_innen.

(ii.) Das Amt der zentralen Antirassismus-Beauftragten ist analog zur zentralen Frauenbeauftragten eigenständig tätig. Auf diese Weise ist der Schutz aller Universitätsangehörigen gewährleistet und eine unabhängige Arbeit möglich. Darüber hinaus ist erstrebenswert in den Fachbereichen und zentralen Einrichtungen nebenberufliche dezentrale Antirassismus-Beauftragte zu bestellen, die der zentralen Antirassismus-Beauftragten zugeteilt sind.

c. Problemstellung:

Die EU Antidiskriminierungsrichtlinie 43/2000/EG verbietet seit dem Jahr 2000 rassistische und ethnische Diskriminierung und verpflichtet die Mitgliedstaaten zur effektiven Umsetzung des Diskriminierungsschutzes. Das Allgemeine Gleichstellungsgesetz (AGG), welches diese Richtlinien umsetzt, sieht seit 2006 vor, Benachteiligungen aufgrund von Rasse, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Geschlecht, Behinderung, Alter und sexueller Identität zu verhindern und zu beseitigen. Benachteiligungen aus einem und/oder mehreren der genannten Gründe sind nach Maßgabe des AGG unzulässig im Bezug auf Beschäftigung, Bildung, Berufsausbildung und Weiterbildung.

Die HU unterliegt zwar in ihrer Funktion als Arbeitgeber_in den Bestimmungen des AGG im Geltungsbereich Beschäftigung, für Studierende hingegen, findet das AGG keine Anwendung in den Bereichen Bildung, Berufsausbildung und Weiterbildung. Daraus und aus der steigenden Anzahl von Diskriminierungsfällen, die bei Einzeldozent_innen der HU, dem Antirassismus-Referat der HU und der berlinweite, universitätsübergreifende Arbeitskreis „Uniwatch“ [3] gemeldet werden, ergibt sich die dringende Notwendigkeit und der zwingende Handlungsbedarf die Stelle einer hauptberuflichen zentralen Antirassismus-Beauftragten an der HU zu etablieren und ihr nachhaltig eine Kontinuität zu sichern. Auf diese Weise trägt die Antirassismus-Beauftragte direkt zu einer diskriminierungsfreien Universität bei.

Des Weiteren bietet die gegenwärtige Antidiskriminierungsstruktur an der HU keinen umfassenden Diskriminierungsschutz für alle Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind. Zwar ist eine Benachteiligung aufgrund von Geschlecht durch § 59 BerlHG, welcher die Rechte der Frauenbeauftragten regelt, sichergestellt, einen umfassenden Schutz vor Diskriminierung aufgrund von Rasse, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung ist dagegen unzureichend rechtlich bindend. Auch sind die Rechte der Stellvertreter_in für Fragen um Behinderung im Berliner Hochschulgesetz sowie in der Verfassung der HU dürftig. Dies führt entgegen dem demokratischen Gleichstellungsprinzip zur vertikalen Ausrichtung der Diskriminierungskultur an der HU, an dessen Spitze die zentrale Frauenbeauftragte steht. Somit übertritt sie ihre rechtlich geregelten Befugnisse, was zu Ungleichheit innerhalb der Organisationsstruktur führt. Gleichzeitig werden die spezifischen Formen der Mehrfachdiskriminierung, die aufgrund mehrerer zugleich wirkender Faktoren auftreten können, außer Acht gelassen, womit eine Benachteiligung für bestimmte Personengruppen eintritt.

 

II. Zielsetzung:

Um die Exzellenzinitiative zu stärken, folgt die HU mit der Etablierung einer Stabstelle für Antidiskriminierung/Gleichstellung und Vielfalt (diversity) und mit der Benennung einer zentralen Antirassismus-Beauftragten der Umsetzung der europäischen Antidiskriminierungsrichtlinien und kommt dem Zukunftsleitsatz der Internationalisierung innerhalb der HU nach. Zudem werden die priorisierten Maßnahmen des Landesaktionsplans gegen Rassismus und ethnische Diskriminierung unterstützt, die derzeit im Rahmen der europäischen Städte-Koalition gegen Rassismus[4] von der Berliner Senatsverwaltung entwickelt werden.

d. Aufgabenbereiche:

(i.) Die Stabstelle für Antidiskriminierung/Gleichstellung und Vielfalt (diversity) nimmt im Auftrag des Präsidiums die Koordinierungsfunktion wahr und sorgt für eine horizontale Ausrichtung der Antidiskriminierungsstruktur innerhalb der HU. Ihre Hauptaufgabe liegt darin, die Grundsatzfragen der Antidiskriminierungs-, Ausländer_innen-, Migrations- und Integrationspolitik der HU zu gestalten und diese mit der internen Verwaltung der HU und anderen Verwaltungen im Land Berlin abzustimmen. Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Analyse und die Konzeption von Maßnahmen zum Abbau von allen Formen von Diskriminierung und Integrationshemmnissen in den Bereichen Studium, Lehre und Forschung sowie die Gewährleistung von gleichen Entwicklungsmöglichkeiten. Zu den Schwerpunkten gehören außerdem die interkulturelle Öffnung und Ausrichtung der Universitätsverwaltung und der Abbau von Diskriminierungen im Bereich der Beschäftigung durch Beratung und Öffentlichkeitsarbeit. Die Stabstelle für Antidiskriminierung/Gleichstellung und Vielfalt (diversity) fördert dem Prinzip der Diskriminierungsfreiheit und gleichsam dem Prinzip der produktiven Nutzung der Vielfalt (Diversität)[5]:

  • Diskriminierungsfreiheit:

Kurzfristige Ziele:

Intervention und Prävention von Diskriminierungen, Sichtbarmachung von strukturellen Ausschlüssen durch Informationsveranstaltungen, Entwicklung und Implementierung von hochschulspezifischen Antidiskriminierungsmaßnahmen, Spezialisierung der Beratungsangebote für Student_innen und Mitarbeiter_innen, die von Diskriminierungen betroffen sind etc.

Mittelfristige Ziele:

Etablierung und Erweiterung von Modulen zu Antidiskriminierung und interkultureller Kompetenz in das berufliche Weiterbildungsprogramm der HU, sowie die Einführung von Pflichtmodulen zum Thema Antidiskriminierung für Erstsemester aller Fakultäten v. a. in Lehramts- und weiteren pädagogischen Studiengängen inkl. die Überarbeitung bestehender Curricula nach erarbeiteten Antidiskriminierungsvorgaben etc.

Langfristige Ziele:

Förderung der Antidiskriminierungsforschung am Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien (ZtG) und darüber hinaus, Aufbau von relevanten Studieneinrichtungen, z.B. Postcolonial Studies, Disability Studies etc. durch die Einrichtung von Stiftungsprofessuren und/oder Juniorprofessuren, sowie die Durchführung von entsprechenden Forschungsprojekten und Studien, inhaltliche Angleichung und Anpassung von aktuellen Forschungsergebnissen an die Lehrprogramme der einzelnen Fachdisziplinen und weiteren Transferleistung von Theorie in die Praxis etc.

  • Nutzung der Vielfalt/Diversität:

Kurzfristige Ziele:

Erweiterung der Willkommenskultur für internationale Student_innen und Mitarbeiter_innen, Ausweitung und Förderung von fakultätsübergreifenden Qualifizierungen, z.B. Sprachkurse, Bewerbungstraining, Diversity-Workshops für Universitätsangehörige etc.

Mittelfristige Ziele:

Abbau struktureller Benachteiligung der betroffenen Gruppen bei Personalentscheidungen, sowie dessen gesetzliche Verankerung in Dienstvereinbarungen, Einrichtung von zusätzlichen Tutorien, Seminaren und Praktika (bei Bedarf) und weiteren Maßnahmen zur Verbesserung von Lehre, Studium und Forschung, personalstrukturbezogene Weiterbildungsmaßnahmen für HU-Angehörige etc.

langfristige Ziele:

Abbau struktureller Ausschlüsse durch Anerkennung von Schul- und Studienabschlüssen, Ausbau des Universitätsbibliothekbestandes zu relevanten Themen und die aktive Beteiligung der betroffenen Gruppen an Entscheidungsprozessen zu hochschulpolitischen Antidiskriminierungsfragen, sowie das Monitoring aller genannten Ziele und Maßnahmen.

(ii.) Die Hauptaufgabe der zentralen Antirassismus-Beauftragten liegt in der Recherche, Sammlung, Auswertung und Bewertung relevanter Sachverhalte, sowie in der Beratung und Unterstützung von betroffenen Universitätsangehörigen in Fragen der rassistischen und/oder ethnischen Diskriminierung. Bis zur Benennung des Antirassismus-Beauftragten werden diese Aufgaben von der Stabstelle übernommen.

  • e. Maßnahmen:

Folgende Maßnahmen werden von der Stabstelle erweitert und/oder konzeptualisiert:

Erweiterung bestehender Maßnahmen:

      • Modifikation der Ausschreibung und Auswahlverfahren bei Stellenbesetzungen an der HU in  Hinblick auf den Abbau struktureller Ausschlüsse durch die Definition und Implementierung von interkultureller bzw. Diversity-Kompetenz in den Anforderungsprofilen (vgl. Maßnahmenkatalog der „AG gegen strukturelle Ausschlüsse“ am ZtG)
      • Planung und Monitoring von bestehenden Weiterbildungsmaßnahmen für Universitätsangehörige, z.B. Workshops zu Antirassismus und Diskriminierungsfreiheit, Empowerment, Diversity etc.
      • Fortlaufende Beratung und Unterstützung bei der Aktualisierung des Antidiskriminierungsleitfadens der „AG Sprache“
      • Fortlaufende Aktualisierung und Ergänzung von integrationspolitischen Maßnahmen
      • Beratung und Unterstützung bei der Erstellung und Aktualisierung einer Satzung zur Chancengleichheit

Konzeptualisierung weiterer Maßnahmen:

      • Initiierung eines Hochschulaktionsplans zur Stärkung des Zukunftskonzepts „Bildung durch Wissenschaft. Persönlichkeit – Offenheit – Orientierung“ (vgl. Landesaktionsplan gegen Rassismus und ethnische Diskriminierung des Berliner Senats)
      • Entwicklung und Erprobung von Hochschulmodellprojekten im Kampf gegen allen Formen von Diskriminierung
      • Ausschreibung von Wettbewerben und Auszeichnungen zur Würdigung von Student_inneninitiativen, die auf der Grundlage fachlicher Kompetenzen und Informationen Antidiskriminierung thematisieren

f. Beratung:

(i.) Zur Beratungstätigkeit der Stabstelle gehört das Aussprechen von Empfehlungen zur Studienaufnahme von Flüchtlingen, Aussiedler_innen und Ausländer_innen an das Studienbüro, ebenso wie das Aussprechen von Empfehlungen zur Aus- und Weiterbildung der Zuwander_innengruppen, sowie zu deren Beschäftigung an der Universität an das Personalbüro. Die Stabstelle für Antidiskriminierung/Gleichstellung und Vielfalt (diversity) ist die zentrale Anlaufstelle für die Studienberater_innen an den Fakultäten und Instituten, z.B. für Rücksprachen zur Anerkennung von im Ausland erworbenen Bildungs-, Ausbildungs- und Weiterbildungsabschlüssen.

(ii.) Das Büro der zentralen Antirassismus-Beauftragten ist die zentrale Beratungsstelle für internationale, ausländische, migrantische und deutsche Student_innen und Mitarbeiter_innen in allen antirassistischen und hochschulpolitischen Integrations- und Migrationsfragen. Des Weiteren organisiert die zentrale Antirassismus-Beauftragte in rassistischen und/oder ethnischen Diskriminierungsfällen offizielle Beratung und wenn nötig verweist und begleitet sie Betroffene zu Rechtsanwält_innen und Psycholog_innen. Bis zur Einrichtung des Büros werden diese Aufgaben von der Stabstelle übernommen.

g. Vernetzung:

Austausch und Vernetzung ist eine weitere zentrale Aufgabe der Stabstelle. Sie steht in regelmäßiger Kommunikation mit bestehenden Antidiskriminierungsstellen innerhalb der HU, z.B. mit den Referaten der AStA, sowie mit nationalen außeruniversitären (z. B. die Landesantidiskriminierungsstelle) und etablierten internationalen universitären (z. B. „Equal Opportunity Commission“ der Princeton University)[6] und außeruniversitären Antidiskriminierungseinrichtungen (z. B. „European Network Against Racism“ (ENAR)[7]. Zudem besteht eine Berichtspflicht von Seiten der Frauenbeauftragten, der Stellvertreter_in für Fragen um Behinderung und der zu benennenden Antirassismus-Beauftragten gegenüber der Stabstelle, die in Fällen von Beschwerden wegen Diskriminierungen unterstützt werden. Die Stabstelle hält stets Rücksprache mit dem Präsidium bei allen Fragen zur Umsetzung der oben genannten Antidiskriminierungsmaßnahmen, die regelmäßig evaluiert und aktualisiert werden.

h. Öffentlichkeitsarbeit:

Die Stabstelle wirbt entsprechend dem Leitsatz der Exzellenzinitiative in der Öffentlichkeit für Integration, Offenheit und Verständigungsbereitschaft und gegen alle Formen von Diskriminierung an der HU und liefert deutschen und nichtdeutschen Student_innen und Mitarbeiter_innen wichtige Informationen bzgl. der Weiterentwicklung von gleichstellungspolitischen Anliegen. Ein Ziel der Öffentlichkeitsarbeit ist es, migrationspolitische Grundsätze und hochschulpolitische Entscheidungen zu Antidiskriminierung pro aktiv darzustellen und über rechtliche Grundlagen, Erweiterungen und/oder Änderungen zu informieren. Veranstaltungen und Öffentlichkeitskampagnen sollen die Selbstverständlichkeit des „Miteinander“ vermitteln.

III. Weiteres Vorgehen:

  • Teilnahme am „Expert_innentreffen – Diskriminierung im Bildungsbereich: Einrichtung von Beschwerdestellen in Schulen und Hochschulen“ der Antidiskriminierungsstelle des Bundes am Montag, den 16. September 2013, Berlin
  • CfP zur internationalen Konferenz: “Building the Antiracist University”, Centre for Ethnicity & Racism Studies, University of Leeds, 18. Oktober 2013 (Zusage)